„Summertime Sadness“ Über die Ästhetik des Smartphone-Filters

 

Mit einem langsamen elektrischen Geräusch verlässt das Bild den Apparat. Eine glatte leicht schimmernde Fläche, die vorsichtig zwischen zwei Fingern gehalten, hin und her gewedelt wird. Alle fotografischen Zwischenschritte sind auf diesen magischen Augenblick hin verkürzt – auf das imaginäre Moment, durch das Wirklichkeit fotografisch wird. Allmählich bildet sich ein Bild. Aus dem mattschwarzen Rechteck im weißen Papierrand tauchen Konturen auf. Ein elektrisches, chemisches Soforbild – Polaroid.

Eine kurze Berührung löst ein Bild aus, begleitet vom nur noch simulierten Geräusch einer mechanischen Blende, die längst ein Bildsensor geworden ist. Auf der glatten Oberfläche des Displays erscheint ein Bild. Kein Wedeln, sondern suchende Berührungen folgen. Zwischen zwei sich spreizenden Fingern geht der Blick in die körnige Pixelstruktur des Bildes. Am unteren Rand des Displays erscheinen mögliche andere Versionen des Bildes: Sie heißen „Chrom“, „Prozess“, „Transfer“ oder einfach „ohne“ – Ohne Filter. Ein durch haptischen Kontakt transformierbares Bild mit einer nur indirekt be-greifbaren digitalen Materialität – Smartphone. Weiterlesen „„Summertime Sadness“ Über die Ästhetik des Smartphone-Filters“

Ich knipse, also bin ich – ein Plädoyer für den Selfiestick

 

2059286-VPNSGLUG-7„Narcissus in selfie“, François Harray, via

Beim Betreten des New Yorker MomA (Museum of modern Art) wird der Museumsbesucher seit kurzer Zeit dazu aufgefordert, das Fotografieren mit sogenannten Selfiesticks zu unterlassen. Liegen die Gründe dafür doch offen auf der Hand, stellt sich dem medienkritischen Besucher nun die Frage, ob die fotografische Darstellung seiner Selbst vielleicht in einer neuen, radikaleren Form des Narzissmus gegipfelt hat. Weiterlesen „Ich knipse, also bin ich – ein Plädoyer für den Selfiestick“

Reaching for the „stars“- Das Konzert durch den Smartphone Bildschirm

Die Rolling Stones sind eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1962 füllen sie diverse Locations, von Bars bis hin zu den größten Stadien auf der ganzen Welt und begeistern mit ihrer Musik Konzert- und Festivalbesucher in allen Altersklassen. Mitschnitte oder sogar ganze Konzerte sind auf YouTube frei zugänglich. Bei Betrachtung der Konzertaufzeichnungen der Rolling Stones aus den unterschiedlichen Jahren wird deutlich, dass sich in der Zeit von 1962 bis heute gar nicht so viele Dinge verändert haben. Wenn man beispielsweise zwei Konzerte aus dem Jahr 1991 und dem Jahr 2016  betrachtet, lassen sich auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten erkennen. Weiterlesen „Reaching for the „stars“- Das Konzert durch den Smartphone Bildschirm“